Deprecated: Die Funktion post_permalink ist seit Version 4.4.0 veraltet! Verwende stattdessen get_permalink(). in /homepages/10/d43051023/htdocs/wordpress/wp-includes/functions.php on line 6031

DER FUTUROLOGISCHE KONGRESS


von Stanislaw Lem | Animation, Performance

 

Trickfilm meets Schauspiel: Das Theater Dortmund bringt die Live-Animations-Performance nach dem berühmten Roman von Science-Fiction-Autor Stanisław Lem auf die Bühne des Theater Rampe. Das Stück feierte im Juni 2017 am Schauspiel Dortmund Premiere und kommt für ein Gastspiel im Rahmen des 25. Internationalen Trickfilm-Festival nach Stuttgart. Mit Zeichnungen von Julia Zejn und Live-Vertonung von T. D. Finck von Finckenstein.

Das Künstlerkollektiv sputnic hat 2015 mit dem „Live-Animation-Cinema“ ein neues Kunstformat kreiert, das – in einer außergewöhnlichen Performance – Trickfilm mit Figurentheater und Schauspiel vereint. Ein spezielles Set-up macht es möglich, die Entstehung eines Animationsfilms live mitzuerleben. Vor den Augen des Publikums wird ein Trickfilm in Echtzeit von Schauspielern animiert, geschnitten, gesprochen und vertont. „Obwohl der Zuschauer alle ,Tricks‘ im Einzelnen, mit den eigenen Augen nachvollziehen kann, entsteht durch das Zusammenspiel der Schauspieler etwas Neues: eine live erzählte filmische Geschichte mit eigenem Rhythmus und eigener Sprache“, so  Regisseur Nils Voges. Nach dem Erfolg von ‚Die Möglichkeit einer Insel‘ zieht auch die neue Inszenierung von sputnic Zuschauer und Presse gleichermaßen in Bann.

Umgeben von gewalttätigen Auseinandersetzungen am Rande des Weltkongresses in Costricana hegen der renommierte Raumfahrer Ijon Tichy und sein Freund Trottelreiner den Verdacht, dass das Militär glücksbringende Gase als Kampfmittel einsetzt. Bei dem Versuch zu fliehen verschwimmen die Grenzen zwischen Sein und Schein allmählich. Was ist Realität und was Illusion? Mit Entsetzten müssen sie feststellen, dass es eine neue Regierungsform, die Chemokratie gibt.

Vier Schauspieler, ein Musiker, drei Tricktische, über 100 handgefertigte Animationsplatten und eine Internationale Raumstation ergeben eine live animierte Science-Fiction Performance, garniert mit einer gehörigen Portion Satire.

Stückdauer: ca. 75min


Eine Produktion des Theater Dortmund.
Das Gastspiel wird präsentiert vom ITFS Internationales Trickfilmfestival Stuttgart 2018
Realisiert mit freundlicher Unterstützung der Leibinger Stiftung


Pressestimmen:

„Phantastisches Unterfangen“ diezukunft.de, Juni 2017

„Im Weltall. Unendliche Weiten. Wir sehen das Modell der Raumstation, den Stabpuppensternfahrer, die Schauspieler, die ihn führen. Und wir sehen zugleich das erstaunlich realistische Bild von dem Geschehen auf der Videoleinwand im Megastore. (…) Das Medienkunst-Kollektiv sputnic um Nils Voges inszenierte einen Live-Animationsfilm nach Stanislaw Lems Roman ‚Der futurologische Kongress‘. Wie schon in der gefeierten Produktion ‚Die Möglichkeit einer Insel‘ erweisen sich die vier Darsteller als Meister des Multitasking, indem sie Papptafeln mit Zeichnungen von Julia Zejn vor die Videocams halten und mit Zügen zum Beispiel den Mund öffnen und schließen oder mit dem Auge zwinkern, wie man das aus Kinderbüchern kennt. Das erscheint groß auf der Leinwand, und die Darsteller sprechen dazu. Manchmal erscheinen sie auch selbst, wenn sie sich vor eine andere Kamera stellen. Und eine Reihe von Szenen spielen sie gleich live. Auf diese Weise ergibt sich eine aparte Mischung zwischen der sehr handgemachten Animations-Optik und Illusionselementen. Und T. D. Finck von Finckenstein spielt live auf der Bühne den Soundtrack. Natürlich ist das Leinwandbild unperfekt, verglichen mit einem wirklichen, geschnittenen Film. Aber dadurch, dass alles jetzt und hier geschieht, dass man das Bild und seine Produktion zugleich im Blick hat, entwickelt sich ein ungemein suggestiver erzählerischer Sog. Man glaubt diesen ungeschlachten, rauen Bildern viel lieber als seelenlosen Hollywood-Illusionen. (…) Die vier Schauspieler wechseln virtuos zwischen den Handlungsebenen, allen voran Frank Genser, der wenige Tage vor der Premiere für den erkrankten Kollegen Carlos Lobo einsprang, unter anderem in der Rolle des Ijon Tichy. Wie er zum Beispiel eine Ratte animiert, die durch die Tücken des Computers sein Avatar wird, ist ein Kabinettstück. Marlena Keil wechselt in Sekunden zwischen den Rollen, furios die Szene, in der sie Tichy spielt, der einer Bombe zum Opfer fiel und nun im Körper einer Frau reanimiert wurde. Uwe Schmieder ist großartig als Trottelreiner mit immer neuen, immer abgefahreneren theoretischen Vorträgen. Und Friederike Tiefenbacher spielt alles, von der Stewardess bis zur lesbischen Mutter. Großer Beifall.“ Westfälischer Anzeiger, 13. Juni 2017

„Eine Gratwanderung zwischen Traum und Wirklichkeit, in der nichts mehr sicher scheint, vor allem nicht die eigenen Wahrnehmung. (…) Vier Schauspieler stehen hinter Projektionstischen. Sie sprechen die Texte wie in einem Hörspiel und bewegen dazu Bilder und Figuren wie in einem Trickfilm. Das Kollektiv sputnic nennt diese Theaterform eine Live-Animations-Performance. Das hat vor kurzem am Schauspiel Dortmund schon einmal fasziniert mit Houellebecq Roman ‚Die Möglichkeit einer Insel. Auch zu Stanislaw Lems düsteren und satirischen Zukunftsvisionen passt diese Form einer vor den Augen des Publikums hergestellten Graphic Novel. (…) Ein kurzweiliger Spaß mit vielen abgründigen und nachdenklichen Momenten.“ WDR 5 Scala, 12. Juni 2017

„Da in der Ausweichspielstätte Megastore die Bühne unten liegt, können die Zuschauer sehen, was die Darsteller auf den Tischen bewegen. Es sind Animationsplatten, insgesamt 120 Stück. Die Kameras nehmen nun nicht Einzelbilder auf, sondern filmen, jeweils aktiviert durch einen Button, den die Schauspieler drücken können. Kleine Mechanismen, ähnlich wie bei Glückwunschkarten, bewegen in den Zeichnungen auf den Animationsplatten Münder und Augen oder einen Molotow-Cocktail auf seiner Flugbahn. Echte Zäune und Drähte sind in die Bilder collagiert. Diese Szenen sind sehr eindrucksvoll.“ Deutschlandradio Kultur, 11. Juni 2017

„Das Zuschauen macht ganz einfach Spaß. (…) Inhaltlich hat Stanislaw Lem in Der Futurologische Kongress Fragen aufgeworfen, die ein paar Jahre später im Kino-Blockbuster Matrix für mehr Furore gesorgt haben: Ist alles, was wir um uns herum sehen, nur Schein? Und was ist eigentlich die Wirklichkeit? Astronaut Ijon Tichy und sein Kumpel, Professor Trottelreiner, geraten auf der Erde in einen gewalttätigen Aufstand. Doch schon längst sind die Grenzen zwischen Sein und Schein verwischt.  Anders als in Die Möglichkeit einer Insel verlassen die Schauspieler etwa in der Mitte des Stücks die Animationsfilm-Ebene und agieren zwischendurch in traditioneller Manier auf der Bühne. Hier können einmal mehr Marlena Keil und Uwe Schmieder durch ihr intensives Spiel überzeugen. Insgesamt ein gelungener Abschluss im Megastore.“ Ruhr Nachrichten, 13. Juni 17

„In Costricana findet der Futurologische Kongress statt. Doch Proteste begleiten den Kongress. Im Laufe der Auseinandersetzungen zwischen Polizei, Militär und Demonstranten werden auch psychotrophe Substanzen eingesetzt. Dennoch eskaliert die Gewalt und Tichy sowie sein Bekannter, Professor Trottelreimer, kommen ums Leben, nur um etwa 60 Jahre später wie er zu erwachen. Und zwar im Körper einer Frau. Inzwischen lebt die Gesellschaft in einer Chemokratie, bei der die Einnahme von Pillen zur Grundvoraussetzung gehört. Doch was ist Realität und was nicht? Die Frage nach der Realität scheint ein beliebtes Thema in der Science-Fiction zu sein. Sputnic zitiert auch beispielsweise aus den Matrix-Filmen, gegen Ende muss sich Tichy zwischen der roten und der blauen Pille entscheiden, auch Friederike Tiefenbachers künstliche Intelligenz ‚Automati‘ erinnert an die Matrix. (…) Wer Die Möglichkeit einer Insel liebte, sollte den Futurologischen Kongress nicht verpassen.“ ars tremonia, 13. Juni 2017

Vergangene Vorstellungen
25.04.18 20:00
DER FUTUROLOGISCHE KONGRESS Saal

Im Rahmen des Internationalen Trickfilmfestivals Stuttgart | Gastspiel des Theater Dortmund

Stückeinführung 19.30 Uhr
Mit Anne-Kathrin Schulz / Schauspieldramaturgin am Theater Dortmund

MIT
Marlena Keil
Frank Genser
Uwe Schmieder
Friederike Tiefenbacher
T.D. Finck von Finckenstein

REGIE
Nils Voges
sputnic – visual arts

CHARACTER DESIGN UND ILLUSTRATION
Julia Zejn

BÜHNE
Malte Jehmlich
sputnic – visual arts

KOSTÜME
Vanessa Rust

MUSIK
T.D. Finck von Finckenstein

LICHT
Sibylle Stuck

TON
Gertfried Lammersdorf

MODELL DESIGN UND SETBAU
Artur Gerz

ENGINEERING
Lucas Pleß

STORYBOARD
Karl Uhlenbrock
Julia Zejn
Nils Voges

PUPPENBAU
Silvia Dierkes

ILLUSTRATION
Elena Minaeva
Carolyn Perez Hemphill

ANIMATION-PLATES-BAU
Sara Hartmann (Leitung)
Elena Minaeva
Carolyn Perez Hemphill
Artur Gerz
Ronny Wollmann
Sebastian Peter Knipp
Nils Voges

VIDEO
Jan Isaak Voges
Tobias Hoeft

2D-TICHY
Carlos Lobo

DRAMATURGIE
Anne-Kathrin Schulz

REGIEASSISTENZ
Maximilian Lindemann

BÜHNENBILDASSISTENZ
Ronny Wollmann

AUSSTATTUNGSHOSPITANZ
Carolyn Perez Hemphill
Sara Hartmann
Sebastian Peter Knipp

REGIEHOSPITANZ
Mira Schmidt

SOUFFLAGE
Ginelle Lindemann

INSPIZIENZ
Ralf Kubik